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Am Dach des Mailänder Doms

#studieren

BWL-Student Luka Floigl absolvierte ein Auslandssemester in Italien. Foto: Floigl

30 Jahre Erasmus, 25 Jahre in Österreich: BWL-Student Luka Floigl absolvierte ein Semester in Mailand. Wer es nachmachen will: Tipps zur Wohnungssuche inklusive.

Meine Gastuniversität „Universita Cattolica del Sacro Cuore“ oder kurz „Cattolica“, wie sie von Einheimischen genannt wird, ist mit 27.000 immatrikulierten Studenten von ansehnlicher Größe, äußerst zentral gelegen (Sant Ambrogio) und mit diversen öffentlichen Verkehrsmitteln einfach zu erreichen. Die Verschiedenen Universitätsgebäude, Gemelli, San Agostino und Carducci befinden sich alle in unmittelbarer Nähe zueinander. Einzig das Gebäude in Buonarotti ist etwas abgeschieden. Abgesehen von dem Intensivsprachkurs hatte ich dort allerdings keine weiteren Kurse.

Die Anmeldung an der Gastuniversität ist problemlos verlaufen. Koordinatoren und Mitarbeiter des jeweiligen International Office sind sehr hilfsbereit und gut organisiert. Je nach Wahl der Unterrichtssprache, Englisch oder Italienisch, ist ein Nachweis des beherrschten Sprachniveaus zu erbringen. Da ich nur akademische Kurse in Englisch absolviert habe, musste ich einen „Toefl Test“ absolvieren. Zur Erstellung des Learning Agreement, welches auch schon die größte bürokratische Hürde darstellt, empfiehlt es sich die Homepage der Univesita Cattolica zu besuchen. Unter dem Unterpunkt „Guida ECTS“ können sämtliche angebotenen Lehrveranstaltungen inklusive deren Kursbeschreibung eingesehen werden. Nachdem ein Vorausbescheid erstellt wurde, sind die Anerkennungen noch mit den jeweiligen Fachgutachtern zu klären.

Mailand ist sowohl mit diversen Verkehrsmitteln, als auch mit dem Auto einfach zu erreichen. Eine Abholung wird nicht von der Universität organisiert.

Die Wohnungssuche in Mailand gestaltet sich recht mühsam und kostspielig. Für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft sind, je nach Lage, mit 400-500€ aufwärts rechnen. Es empfiehlt sich möglichst viele Kanäle zur Wohnungssuche zu verwenden und Durchhaltevermögen zu zeigen. Andernfalls besteht die Möglichkeit in einem Studentenwohnheim zu wohnen, welches allerdings nicht den besten Ruf hat. Ich persönlich hatte extremes Glück, da ich die Möglichkeit nutzte mit einem in Mailand wohnhaften Freund in die relativ zentral gelegene Villa seiner verstorbenen Großeltern zusammenzuziehen und konnte mir so einiges an Kopfzerbrechen ersparen.

Da es mir wichtig war der Italienischen Sprache mächtig zu sein, nutzte ich beide von meiner Gastuniversität angebotenen Italienischkurse. Diese sind zwar nicht verpflichtend, allerdings wärmstens zu empfehlen. Kosten für den Intensivkurs, welcher vor Semesterstart abgehalten wird, und eines semesterbegleitenden Kurses betrugen alles in allem 600€. Die jeweils 6 ECTS Punkte pro Kurs wurden mir in Österreich als freie Wahlfächer anerkannt.

Die dreitägige Einführungsveranstaltung ist optional, jedoch empfehlenswert um sich etwas mit dem Campus vertraut zu machen und vor allem um andere Erasmus Studenten kennenzulernen. Bei Gelegenheit kann man sich bei ESN anmelden. Die Organisation organisiert regelmäßig Reisen und Veranstaltungen für Erasmus-Studenten. Ich habe diese Möglichkeit allerdings nicht genutzt, da ich bei der Einführungsveranstaltung und dem Sprachkurs schon etliche Freunde kennengelernt habe, ganz zu schweigen von all den weiteren Bekanntschaften im Laufe des Semesters, und wir es bevorzugten auf eigene Faust zu handeln.

Wie schon zuvor angerissen gestaltet sich die Kurssuche relativ übersichtlich. BWL- Studenten genießen den Vorteil eines englischsprachigen Curriculums. Zusätzlich besteht für Erasmus Studenten die Möglichkeit einen Kurs aus dem sogenannten International Curriculum zu belegen, welches primär für Austauschstudenten von außerhalb Europa gedacht ist. Das italienische Benotungssystem unterscheidet sich stark von dem hiesigen. Es gibt theorethisch 30 zu erreichende Punkte je Prüfung, wobei man ab 18 Punkten positiv ist und „30 e lode“ bzw. 31 die Maximalpunktzahl darstellt. Die Umrechnung der Noten ins österreichische Benotungssystem ist wenig großzugig, alles unter 27 Punkten wird als „genügend“ anerkannt. Um den Erasmus Vertrag zu erfüllen sind mindestens 3 ECTS Credits pro Monat des Aufenthaltes zu erbringen. Mit der ultimativen Anerkennung der erbrachten Studienleistung, sowohl freie Wahl- als auch Pflichtfächer, gab es keine Probleme.

Grundsätzlich ist Mailand ein teures Pflaster, allerdings preislich durchaus mit Österreich vergleichbar. Mit einer Miete von ca. 300€ für ein Doppelzimmer bzw. 450€ aufwärts für ein Einzelzimmer in einer WG ist zu rechnen. Dafür sind die öffentlichen Verkehrsmittel nicht nur äußerst effizient, sondern für Studenten mit 22€/Monat auch sehr erschwinglich. Am besten besorgt man sich kurz nach der Ankunft eine solche Studentenkarte im nächsten ATM-Info Point, zum Beispiel bei den Metro Haltestellen „Duomo“ oder „Cadorna“. Außerdem empfiehlt es sich bei den mit ca 10€/Monat relativ Preiswerten Telefongesellschaften „Wind“ oder „TIM“ eine Guthaben-Simkarte zu kaufen.

Alles in allem war mein Erasmus Aufenthalt eine wunderschöne und unvergessliche Erfahrung. Die Stadt ist unglaublich sympathisch und voller versteckter Juwelen, die es zu entdecken gilt. Das Nachtleben gestaltet sich vielseitig und aufregend. Ich habe etliche neue Freundschaften sowohl mit internationalen als auch italienischen Studenten geschlossen, viele neue Eindrücke sammeln können und ganz nebenbei meine Italienischkenntnisse erheblich verbessert.

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