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Aktives Zuhören

Dienstag, 19.10.2021, #job

Wirksam Interesse zeigen weckt Sympathie!

Neulich im Bewerbungsgespräch: Ich sitze dem Recruiter gegenüber und erzähle von meinem Werdegang. Nach einer Minute fange ich irritiert zu stammeln an, weil keinerlei Reaktion von meinem Gegenüber kommt – kein Nicken, kein zustimmendes „Mhm“, gar nichts! Ist er eingeschlafen? Zumindest sein regungsloses Gesicht würde das vermuten lassen, auch wenn die Augen geöffnet sind. Ich schweige also, sehe ihn erwartungsvoll an und warte auf eine Reaktion…

Kennen Sie eine ähnliche Situation? Wenn ich Ihnen nun erzähle, dass hier kein aktives Zuhören stattgefunden hat, dann werden Sie mir vermutlich zustimmen, aber was unterschiedet diese Art der Gesprächsaufmerksamkeit vom einfachen „Zuhören“? Und wie kann ich diese Methode in meiner beruflichen Umgebung nutzen?

Einfache Körpersignale setzen

Dass man sein Gegenüber ansieht, wenn miteinander gesprochen wird, ist für die meisten von uns normal und auch ein zustimmendes Nicken ist gesellschaftlich fest verankert. Umso irritierender ist es, wenn dieses Nicken, das uns die Aufmerksamkeit des Gegenübers signalisiert, ausbleibt. Gerade dieses kleine Körpersignal ist eines der wichtigsten Komponenten des aktiven Zuhörens – mit dem ich signalisiere: ich bin bei dir.

Dieses ursprünglich aus der Gesprächstherapie stammende Konzept ist mittlerweile aufgrund seiner Effektivität Teil jedes Team-Management Seminars oder Konflikt-Workshops. Ein gewisses Maß an Empathie – also die Fähigkeit, sich in die Lage des Gegenübers hineinzuversetzen – ist dabei von Vorteil, wobei eine Meinung zu respektieren nicht mit dem Teilen der Meinung gleichzusetzen ist.

Für das Vorstellungsgespräch heißt das: Seien Sie als Bewerber*in aufmerksam, halten Sie einen offenen Blickkontakt mit allen anwesenden Personen und geben sie mit einem zustimmenden Nicken zu erkennen, dass Sie bei der Sache sind. Dieses Verhalten erhält gerade in Bezug auf online-Gesprächen nochmals ein mehr an Bedeutung, weil viele nonverbalen Signale, die Aufmerksamkeit signalisieren, hier nicht wahrnehmbar sind.

Zusammenfassen signalisiert verstehen

Das, was bei dem/der Gesprächspartner*in beobachtet wird, ist die Basis für das echte Verstehen des Gesagten. Dabei geht es sowohl um die nonverbalen als auch verbalen Signale, mit denen sich mein Gegenüber mitteilt. Und genau darauf bezieht sich das zweite Element des aktiven Zuhörens: Ich stelle Fragen, wiederhole einzelne Gesprächselemente und fasse diese Zusammen bzw. spreche ich meine Beobachtungen an. „Die Zusammenarbeit mit der anderen Abteilung, die Sie hier schildern, klingt sehr spannend. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Austausch der Fachabteilung mit der Marketingabteilung hier sehr wichtig ist.“ Wäre eine klasse Zusammenfassung des*der Bewerber*in auf die Schilderung des Personalisten.

Mit Rückfragen Interesse wecken

Um sicher zu sein, dass ich das, was mein Gegenüber sagen wollte, auch richtig verstanden habe, sind Rückfragen ein Muss. „Wie genau meinen Sie das?“, „Können Sie mir das etwas näher erklären?“ oder ähnliche Fragestellungen könnten hier zielführend sein, um mehr Details vom Gegenüber zu erhalten und diesem zu signalisieren, dass ich an dem Gespräch – und damit auch an der Stelle - ehrlich interessiert bin. Und auch in nonverbaler Form z.B. mit dem einfachen Mitnotieren wird gezeigt, dass man bei der Sache ist.

Aktives Zuhören zum eigenen Vorteil nutzen

Egal in welchem Zusammenhang Sie es einsetzen: Sowohl im Freundeskreis als auch im beruflichen Umfeld wird es positiv auffallen, wenn Sie aktiv Zuhören und Ihrem Gegenüber mit Nicken, zustimmenden Lauten, ehrlich gemeinten Fragen und zusammenfassenden Antworten, die ein großes Maß an Wertschätzung und Aufmerksamkeit schenken, die bei jedem gemeinsamen Gespräch Voraussetzung sein sollten. Und wenn Sie das Smartphone doch einmal ablenkt: Schalten Sie den Arbeitsmodus ein und blockieren Sie aufkommende Pop-ups. Denn sich Zeit für das Gegenüber zu nehmen ist das neue Erfolgskonzept.

 

Autorin: Angela Messner-Lipp
Beraterin und Trainerin im Career Center der Uni Graz


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