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Die Lebensträume eines Sommers

Donnerstag, 07.09.2017, #studieren

Nach dem Zulassungsverfahren ist vor dem Zulassungsverfahren: Andrea Penz, zuständige Koordinatorin für das Aufnahmeverfahren an der Uni Graz, beschreibt die To-dos eines arbeitsreichen Jahres

Dicht an dicht drängen sich hunderte junge Menschen in der sommerlichen Stille der letzten Augusttage in das Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität Graz. Ungewöhnlich? Nein. Es finden keine Vorlesungen und keine sonstigen universitären Veranstaltungen statt, die alljährlichen Aufnahmeprüfungen für die gesetzlich zugangsbeschränkten Studien stehen an. StudienwerberInnen für Molekularbiologie, Psychologie und Pharmazie stellen sich den diesjährigen Aufnahmetests.

Unser gemeinsamer Weg hat – zumindest virtuell – bereits Anfang März begonnen. Ab diesem Zeitpunkt können sich die StudienwerberInnen für die Aufnahmeverfahren in einem Bewerberportal bei uns anmelden. Wir sind in Summe mit mehr als 3.200 StudienwerberInnen über Monate hinweg in Verbindung, sie alle bekunden Interesse für eines oder mehrere der sieben zugangsbeschränkten Bachelor-Studien Betriebswirtschaft, Volkswirtschaftslehre, Biologie, Molekularbiologie, Pharmazie und Psychologie. Manche sprechen von der Erfüllung eines Lebenstraumes. Der Prüfungsstoff und die Abläufe werden von uns bekannt gegeben. Wir informieren, wir erstellen Informationsbroschüren und verschicken diese an Schulen, wir beantworten Fragen, wir telefonieren und schreiben unzählige E-Mails. Unsere Büros stehen allen offen. Wir stellen fest, dass die Informationsweitergabe ein Leichtes, die Informationsankunft hingegen nicht immer einfach ist. Wir schreiben und werden nicht gelesen, wir stellen online und werden übersehen, wir sagen und werden überhört, wir erinnern und werden trotzdem vergessen. Viele StudienwerberInnen von heute trauen Facebook mehr als offiziellen Informationen und unseren Worten.

Wir telefonieren mit Müttern und Vätern, Brüdern und Schwestern und bekommen nur wenige BewerberInnen je persönlich zu Gesicht, wenngleich die Möglichkeit bestünde, die Notwendigkeit aber nicht gegeben ist. Am Ende eines für alle Beteiligten hitzigen Sommers stehen Massenprüfungen. Unsererseits müssen dafür Termine koordiniert, ausreichend Räume reserviert und Prüfungsaufsichten rekrutiert werden. Die erdachten Prüfungsfragen müssen getestet und für computerbasierte Aufnahmeprüfungen in die Testsoftware eingespielt werden. Für eine papierbasierte Prüfung müssen alle erforderlichen Daten an die Prüfungshersteller übermittelt und die fertigen Prüfungsbögen wieder nach Graz gebracht werden. Es gilt höchste Geheimhaltungsstufe. Alle MitarbeiterInnen für den Tag X, in Summe sind das rund 50 Personen, müssen mit den Abläufen vertraut gemacht werden, sodass alles reibungslos über die Bühne gehen kann.

Wir bestellen das Rote Kreuz, falls es medizinische Notfälle während den Prüfungen geben sollte, wir organisieren Müsli-Riegel um unter Umständen auftretende Wartezeiten zu versüßen, wir sind vorbereitet. Nicht alle werden zu den Prüfungen kommen, manche werden sich bei uns abmelden, von vielen anderen hören wir nie wieder. Lebensträume ändern sich rasend schnell. Diejenigen, die sich der Testherausforderung stellen, werden schließlich, weil sich die Zahl der InteressentInnen von März bis Ende August doch deutlich reduziert hat, mit einem Studienplatz belohnt. 

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