Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Erbsen und Gemüse

#lehren

BMWFW und OeAD stellten europäische Erneuerungsagenda vor

Für die Universität Graz habe ich mich bei Schnee(regen) und Matsch durch Wien gekämpft, um in den Räumlichkeiten des Bundesministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung an der Vorstellung der europäischen Erneuerungsagenda für die Hochschulbildung, herausgegeben 2017 durch die Europäische Kommission, teilzunehmen. Die gesamte Erneuerungsagenda ist über den unten angeführten Link abrufbar. Aus den pointierten Inputs und zahlreichen Gesprächen mit Teilnehmenden aus ganz Österreich habe ich viele Anregungen mitgebracht, die ich den Leserinnen und Lesern des Blogs nicht vorenthalten möchte…

Vernetzung und Kompetenzentwicklung
Adam Tyson von der Europäischen Kommission wurde via Konferenzschaltung aus Brüssel hinzugeholt und erklärte, was die angestrebte Vernetzung alles meint. Für Tyson bedeutet eine Vernetzung der Universitäten nicht nur die Zusammenarbeit mit dem lokalen Arbeitsmarkt, sondern umfasst auch einen Wissenstransfer zur Region und der Gesellschaft im Allgemeinen. Mit einem engeren Kontakt zu Wirtschaft und Gesellschaft solle einem Missverhältnis von Kompetenznachfrage und Kompetenzangebot entgegengewirkt werden. Eine Maßnahme zur Umsetzung wird in der Förderung von Praktika/Praxis gesehen. So müsse sowohl die Verfügbarkeit, als auch die Qualität von Praktika erhöht werden, wie Melinda Macho vom BMWFW ergänzend ausführte.

Interessant war für mich vor allem der Hinweis eines Teilnehmers, dass Kompetenzentwicklung und Fachwissen keine voneinander getrennten Bereiche sind. Denn Kompetenzen bauen auf Fachwissen auf und beinhalten Normen und Werte. Zum Kompetenzbegriff kann im Band „Kompetenzentwicklung im Netz“ von John Erpenbeck und Werner Sauter (2007) nachgelesen werden. Für mich ist diese Verbindung von Fachwissen, emotionalen und motivationalen Aspekten ein deutlicher Hinweis darauf, dass in der universitären Lehre Inhalte, Diskussion, Reflexion und konkretes Tun gleichermaßen ihren berechtigten Platz haben und im besten Fall aufeinander bezogen werden.

Von der Theorie in die Lehrpraxis
Doch was können Lehrende in ihrer täglichen Lehrtätigkeit tun, um Kompetenzentwicklung zu fördern? Im Team arbeiten und Projekte mit der Wirtschaft und sozialen Einrichtungen forcieren kann die Kompetenzentwicklung unterstützen und zur Vernetzung der Universitäten in der Region beitragen. Zusätzlich halte ich es für wichtig, Reflexion zu fördern und beispielsweise durch Portfolioarbeit den Studierenden bewusst zu machen, was an Kompetenzen bereits vorhanden ist und wo noch Entwicklungspotenzial besteht. E-Portfolio-Workshops für Bedienstete sowie für Studierende bietet die Akademie für Neue Medien und Wissenstransfer der Uni Graz an. Anmelden können Sie sich für Workshops auf portfolio.uni-graz.at.

Von der Politik in die Lehrpraxis – von den Erbsen zum Gemüse
Ziel einer europäischen Hochschulpolitik, so Elmar Pichl in seiner Rede, ist die Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur. Ein wichtiges Instrument ist dabei die Anerkennung von Hochschulabschlüssen und die Förderung von Mobilität. Die Realität an den Hochschulen sei aber, so der Sektionschef im BMWFW, das „Erbsenzählen“.

Jetzt, so meine ich daran anschließend, liegt es an den Hochschulen selbst und an den einzelnen Lehrenden, dass nicht nur Schlagwörter gesät und Erbsen gezählt werden, sondern dass auch tatsächlich Gemüse geerntet wird.

 

Links:
Europäische Erneuerungsagenda für die Hochschulen

OeAD

BMWFW

Ende dieses Seitenbereichs.
Zur Übersicht der Seitenbereiche.

Comments (0)

No comments found!

Write new comment