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Open Access wird für Verlage immer wichtiger

Freitag, 11.01.2019

In einer Umfrage erhob die Universitätsbibliothek Graz die Bedeutung von open access

Während Bibliotheken und Fördergeber mit großen Verlagen seit Jahren Open-Access-Abkommen verhandeln, die einen freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur ermöglichen, kommen kleine und mittelständische Verlage in diesem Kontext bisher kaum vor. Initiativen wie der Heidelberger Appell oder publikationsfreiheit.de lassen vermuten, dass viele dieser Verlage der Forderung nach Open Access skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen.

Um die Einschätzungen und Erfahrungen dieser Verlage besser kennenzulernen, kontaktierte das Open-Access-Büro der Universitätsbibliothek im Mai und Juni 2018 insgesamt 82 Wissenschaftsverlage in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 33 davon nahmen an der Umfrage teil. Ziel der bisher größten Verlagsumfrage zum Thema Open Access im deutschsprachigen Raum war es auch, einen Beitrag zu einem besseren Austausch zwischen Verlagen, Bibliotheken und anderen Stakeholdern zu leisten.

Verlage verzeichnen zunehmende Open-Access-Nachfrage ihrer AutorInnen

Der Großteil, nämlich 90 Prozent, der TeilnehmerInnen stellt eine leichte oder deutliche Zunahme der Open-Access-Anfragen ihrer AutorInnen fest. Jeder Dritte geht außerdem davon aus, dass Open Access zum zukünftigen Standard des wissenschaftlichen Publizierens wird; weitere 60 Prozent sehen es als Ergänzung bestehender Verlagsangebote.

Trotz dieser Einschätzung werden von den meisten Verlagen nur zögernd entsprechende Angebote entwickelt: So nutzen nach eigenen Angaben nur je ein Drittel etablierte Plattformen wie das Directory of Open Access Journals (DOAJ) und das Directory of Open Access Books (DOAB) für Open-Access-Erstveröffentlichungen, und nur 27 Prozent definieren klare Regeln bezüglich Open-Access-Zweitveröffentlichungen von Werken aus ihrem Verlagsprogramm. Nur 20 Prozent der TeilnehmerInnen schätzen die Open-Access-Kenntnisse ihrer MitarbeiterInnen als „sehr gut“ ein. Je nach Fachdisziplin und Verlagsprogramm sind dabei deutliche Unterschiede feststellbar.

Herausforderungen aus Verlagssicht

Die Gründe für die zögerliche Entwicklung von Open-Access-Angeboten sind vielfältig: Die meisten Verlage erwarten Absatzrückgänge durch eine freie Verfügbarkeit „ihrer“ Werke und geben rechtliche Unsicherheiten, unklare Geschäftsmodelle und Druck durch Politik und Fördergeber als Nachteile von Open Access an. Allerdings hat sich ein beträchtlicher Teil der Verlage offenbar noch nicht intensiv mit dem Thema Open Access beschäftigt – nur 67 Prozent der TeilnehmerInnen geben an, die „Berliner Erklärung“, ein grundlegendes Dokument der Open-Access-Bewegung, auch inhaltlich zu kennen –, und für 43 Prozent sind die Anforderungen für Open-Access-Publikationen unklar.

Die Verlage weisen auf offene Finanzierungsfragen und eine mangelnde Anerkennung von Verlagsleistungen hin, wünschen sich aber auch mehr Standardisierung, Klarheit und Informationen sowie administrative Vereinfachungen und eine verstärkte Kooperation mit Universitäten, Bibliotheken und Fördergebern.

Keine Wahl?
Insgesamt sind die befragten Verlage gegenüber dem Thema Open Access jedoch aufgeschlossener als erwartet – aus gutem Grund: Die Ankündigungen von Fördergebern, nur mehr Open Access publizierte Literatur zu finanzieren (siehe auch Plan S), werden immer konkreter. Damit werden es Wissenschaftsverlage, die ihre Angebote nicht einer veränderten Nachfrage anpassen, zunehmend schwer haben, sich am Markt zu behaupten.

Weitere Details zu den Ergebnissen der Umfrage finden Sie hier: Open Access aus der Sicht von Verlagen

Weitere Informationen Open-Access http://open-access.net/AT-DE/oesterreich-deutsch/

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